Freitag, 12. September 2014

Flüchtlinge in der Rheinstrandhalle - Offener Brief des Bürgervereins Daxlanden 1922 e.V an das Regierungspräsidium

Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Nicolette Kressl,

mein Name ist Reimund Horzel, ich bin der Vorsitzende des Bürgervereins Daxlanden.
Die Notunterkunft Rheinstrandhalle liegt im Ortsteil Rheinstrandsiedlung von Daxlanden. Wir haben ca. 12.000 Einwohner und sind seit 1912 nach Karlsruhe eingemeindet.

Am Dienstag, 9. September erhielt ich den Anruf von Bürgermeister Obert von der Stadt Karlsruhe: Die Rheinstrandhalle wird am Abend zur Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet. Zeitdauer der der Hallenbenutzung kurzfristig, was immer das heißen mag. Die Halle liegt im Wohngebiet, angrenzend das Jugendhaus West, die Adam Remmele Schule (Grund- und Werkrealschule), der städtische Kinderhort und das Christopherus Haus vom Verein für Jugendhilfe. Anmerkung dazu: Ferienende ist heute am Freitag. Bisher war die Lage ruhig, seit heute kommen die Klagen. Die Einwohner fühlen sich belästigt und sind verängstigt. Meiden, da die Straßenbahnhaltestelle Thomas-Mann-Straße unmittelbar angrenzt, den direkten Weg vor und hinter der Halle ins Wohngebiet. Da überwiegend junge Männer in der Halle untergebracht sind, fühlen sich die Anwohner, vor allem Frauen, beobachtet. Der Aktionsradius der Flüchtlinge geht mittlerweile in den Ort hinnein.

Die Stimmung der Anwohner ist trotzdem sehr unterschiedlich: von deutlicher Abwehr über Verständnis bis zu Hilfsangeboten. Ängste sind vorhanden. Die Schule beginnt am Montag den 15. September. Eltern begleiten jetzt schon ihre Kinder, Ältere meiden die Halle und nehmen Umwege in Kauf.

Die andere Seite:

Spontan hat der Bürgerverein Daxlanden am Mittwoch, 10. September einen runden Tisch ins Jugendhaus West einberufen. Vertreten waren der Stadtjugendausschuß, der CDU Ortsverband Daxlanden und der SPD Ortsverein, die JU Karlsruhe, Stadtrat Lüppo Cramer, eine Vertreterin des Migrantenbeirates, Stadtjugendausschuß Kinderbetreuung bei LEA, Verein für Jugendhilfe , kath. und ev. Kirche, Hausmeister und Bürgermeister Martin Lenz. So konnte ein Austausch über bisherige Erfahrungen, Probleme und Hilfsleistungen kanalisiert werden.

Sie sehen also, Frau Regierungspräsidentin, bürgerliches Engagement ist vorhanden. Ebenso haben wir den Seniorennachmittag am 20. September in die Carl-Benz Halle nach Mühlburg verlegt. Die unmittelbare Nachbarschaft habe ich persönlich aufgesucht um die vorhandene Ängste und Sorgen zu mildern.

Schulsport und Vereinssport fällt aus. Ebenso die Wochenendveranstaltungen. Das tut weh - ist aber kein Vergleich zu den Flüchtlingsschicksalen.

Liebe Frau Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, Sie sehen also Bereitschaft, Opfer und Hilfe ist vorhanden.

Unsere Bitte und Hoffnung ist, dass das Regierungspräsidium uns nicht alleine lässt und schnellst möglichst auf das Notquartier in der Rheinstrandhalle verzichtet.

Für eine Rückantwort wäre ich Ihnen dankbar.


Mit freundlichen Grüßen


Reimund Horzel,
Vorsitzender Bürgerverein Daxlanden 1922 e.V.

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